Wie sich der Spandex-Anteil auf die Kompression und das Tragegefühl auswirkt
Bei nahtloser Shapewear ist das Verhältnis von Nylon zu Elasthan der wichtigste Faktor, der den Tragekomfort und die Leistungsfähigkeit eines Kleidungsstücks bestimmt. In diesem Artikel wird der Zusammenhang zwischen Elasthananteil, Kompressionsgrad und Stoffgefühl erläutert – damit Sie das richtige Verhältnis für Ihr Produkt auswählen können.
Welche Rolle spielt der Spandex-Anteil im Stoff von Shapewear?
Spandex (auch Elastan genannt) sorgt für die elastische Rückstellkraft, die die Kompression erzeugt. Je höher der Spandex-Anteil, desto stärker ist die Rückstellkraft und desto größer ist die Kompression.
Nylon erfüllt eine andere Funktion. Es sorgt für das strukturelle Gerüst, die Glätte der Oberfläche und die Weichheit. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Faktoren bestimmt den endgültigen Charakter des Kleidungsstücks:
- Mehr Elasthan → stärkere Kompression, festeres Griffgefühl
- Mehr Nylon → weicheres Griffgefühl, glattere Oberfläche, geringere Kompression
Dieser Zusammenhang gilt für verschiedene Strickmaschinen und Maschenarten, wobei die genaue Haptik bei einem bestimmten Verhältnis auch von der Strickstruktur und dem Garn-Denier abhängt.
Einen Überblick darüber, wie wir die vier wichtigsten Kompressionsstufen einteilen, finden Sie unter Leicht, mittel, fest oder extra fest – welchen Kompressionsgrad sollte Ihre Shapewear haben?.
Wie sich der Spandex-Anteil auf die Kompression auswirkt
Innerhalb einer bestimmten Strickstruktur führt ein höherer Elasthananteil zu einer zunehmend stärkeren Kompression:
- Geringerer Elasthan-Anteil — Sanfte, flexible Kompression. Der Stoff lässt sich leicht dehnen und kehrt langsam in seine ursprüngliche Form zurück. Ideal für den täglichen Tragekomfort.
- Mäßiger Elasthan-Anteil — Ausgewogene Kompression mit spürbarer Formgebung. Der Stoff behält beim Tragen seine Form und bietet gleichbleibenden Halt. Dies ist die gängigste Produktreihe im Bereich der handelsüblichen Shapewear.
- Höherer Elasthan-Anteil — Feste, gezielte Kompression. Der Stoff verfügt über eine starke Rückstellkraft und sorgt für eine sichtbare Formung. Das An- und Ausziehen erfordert etwas mehr Kraftaufwand.
Ein Unterschied von 5% beim Elasthananteil führt bei gleicher Strickstruktur zu einer spürbaren Veränderung des Kompressionsgefühls.
Wie sich der Spandex-Anteil auf die Haptik auswirkt
Der Griff steht in umgekehrtem Verhältnis zum Elasthananteil. Mit steigendem Elasthananteil:
- Die Stoffoberfläche fühlt sich fester an
- Die Dehnung nimmt zugunsten der Rückbildung ab
- Der Fall und die Geschmeidigkeit nehmen ab
- Der Stoff fühlt sich weniger wie normale Kleidung an, sondern eher wie funktionelle Shapewear.
Ein höherer Nylonanteil bewirkt das Gegenteil: ein weicherer, geschmeidigere und besser fallender Stoff, der sich wie Alltagskleidung trägt.
Die Herausforderung bei der Produktentwicklung besteht darin, das richtige Verhältnis zu finden, das eine ausreichende Kompression für die jeweilige Zielanwendung gewährleistet und gleichzeitig dafür sorgt, dass das Gewebe auch bei längerem Tragen bequem bleibt. Dieser Gleichgewichtspunkt variiert je nach Produkttyp und Zielmarkt.
Gängige Kennzahlen und ihre Merkmale
Die folgenden Werte basieren auf der marktüblichen Herstellung von nahtloser Shapewear. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um Richtwerte und nicht um feste Spezifikationen handelt – das genaue Tragegefühl bei einem bestimmten Verhältnis hängt auch von der Strickspannung und der Garnauswahl ab.
| Nylon:Elasthan | Kompressionsgefühl | Haptik | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 85:15 – 80:20 | Leicht bis mittel | Weich, sehr dehnbar | Für den Alltag, für Einsteiger in den Bereich Shapewear |
| 80:20 – 75:25 | mittel bis fest | Ausgewogene Unterstützung | Bestseller-Sortiment, Amazon- und DTC-Marken |
| 72:28 – 68:32 | Unternehmen | Fester, weniger fallend | Produkte zur gezielten Formgebung und Modellierung |
Bei Anforderungen an besonders feste Kompression bitten wir Sie, die Verfügbarkeit bei Ihrer Anfrage zu erfragen.
Diese Verhältnisse führen bei der „Cut-and-Sew“-Fertigung, bei der Stoffbahnen zugeschnitten und zusammengenäht werden, zu unterschiedlichen Ergebnissen. Bei „Cut-and-Sew“-Kleidungsstücken wie Latex-Taillentrainern oder Neopren-Gürteln kann sich dasselbe Verhältnis fester anfühlen, da der Stoff nicht in die gewünschte Form gestrickt wird.
Auch die Strickstruktur spielt eine Rolle
Der Spandex-Anteil ist nicht die einzige Variable. Das gleiche Verhältnis von 80:20 kann je nach folgenden Faktoren zu unterschiedlichen Kompressionsgefühlen führen:
- Strickfestigkeit — Ein dichteres Strickmuster erhöht die Kompression bei gleichem Elasthananteil
- Maschenstruktur — Verschiedene Strickmuster (Jersey, Piqué, Rippstrick) beeinflussen die Dehnbarkeit und Rückstellfähigkeit des Stoffes
- Garnstärke (Denier) — Feinere Garne ergeben bei gleichem Verhältnis einen weicheren Stoff; dickere Garne fühlen sich fester an
- Nahtlos vs. genäht — Durch nahtloses Stricken lassen sich innerhalb eines einzigen Kleidungsstücks Kompressionszonen mit abgestufter Kompression realisieren, was das Tragegefühl im Vergleich zu einem genähten Einsatz verändert
Das bedeutet, dass ein Mischungsverhältnis, das bei einem Produkt gut funktioniert, bei einem anderen Produkt möglicherweise anders wirkt. Die Anfertigung von Mustern ist der zuverlässigste Weg, um die Kompression und das Tragegefühl zu überprüfen, bevor man sich zur Serienproduktion entschließt.
So wählen Sie den richtigen Spandex-Anteil für Ihr Produkt aus
Für Kunden, die den Markt für Alltagskleidung ansprechen, sorgt ein geringerer Elasthananteil für ein bequemes Produkt, das auch für Einsteiger in den Bereich Shapewear attraktiv ist. Für Kunden, die auf sichtbare Formung setzen, bietet ein höherer Elasthananteil die Kompression, die ihre Kunden erwarten.
Wenn Sie sich unsicher sind, empfehlen wir, mit einem mittleren Verhältnis (etwa 80:20) zu beginnen und dieses anhand des Feedbacks aus den Stichproben nach oben oder unten anzupassen. Die meisten Kunden überprüfen ihr Verhältnis in ein oder zwei Stichprobenrunden, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.
Geben Sie Ihren Produkttyp und die angestrebte Kompressionsstufe an, und wir empfehlen Ihnen ein Ausgangsverhältnis für Ihr erstes Muster.
Befindet sich ein Produkt gerade in der Entwicklung? Kontaktieren Sie uns unter Berücksichtigung Ihrer angestrebten Kompressionsstufe und der Produktart – wir empfehlen Ihnen dann ein Ausgangsverhältnis für die Probenahme.